Das Mahnmal steht: Bronzeskulptur für die verfolgten Zeugen Jehovas im Tiergarten errichtet

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Im Berliner Tiergarten ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, wurde das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas nahe dem Goldfischteich errichtet. Nach monatelanger Arbeit steht die fast fünf Meter hohe und rund zwölf Tonnen schwere Bronzeskulptur nun an ihrem Platz – noch verborgen hinter einem Bauzaun. Am 24. Juni 2026 wird der Gedenkort feierlich der Öffentlichkeit übergeben.

VIDEO: Die WDR-Lokalzeit Bergisches Land hat die Entstehung des Mahnmals in einer Reportage begleitet. Hier geht es zur Video-Reportage.

Ein Moment, auf den viele lange hingearbeitet haben

Zur Errichtung kamen drei Männer zusammen, die das Projekt auf je eigene Weise geprägt haben: Uwe Langhals, der sich seit rund 15 Jahren für die Errichtung des Mahnmals einsetzt; der Künstler Matthias Leeck, der das Mahnmal entworfen hat; sowie Axel Selbach, Inhaber der Wermelskirchener Firma asm, die die Skulptur hergestellt hat. Für alle drei war es ein besonderer Augenblick, die monatelange Arbeit endlich Gestalt annehmen zu sehen.

Weil die Bronzeskulptur rund zwölf Tonnen wiegt, war sie in Einzelteilen an den Standort transportiert worden. Aus insgesamt 16 Elementen – einer Bodenplatte und 15 darauf geschichteten Ronden – entstand vor Ort der fast fünf Meter hohe Baumstamm. Der Aufbau verlief wie geplant – allen Beteiligten fiel sichtlich ein Stein vom Herzen.

Vom Entwurf zur Skulptur aus Bronze

Den Entwurf lieferte der Wuppertaler Künstler Matthias Leeck: Die Skulptur hat die Form eines Baumstamms, der die Standhaftigkeit der Opfergruppe symbolisiert. Ihre zerklüftete, von Narben durchzogene Oberfläche macht das erlittene Leid sichtbar – und berührbar. Wie aus Leecks virtuellem Modell in monatelanger Arbeit ein tonnenschweres Werk aus Bronze wurde, schildert unser Beitrag „Ein Baum aus Bronze“.

Impressionen

15 Jahre Engagement – und ein langer Weg

Hinter dem Mahnmal liegen rund anderthalb Jahrzehnte Einsatz. Uwe Langhals, der das Vorhaben seit etwa 15 Jahren begleitet, gehört zu jenen, die nie lockergelassen haben. Den entscheidenden Schritt machte der Deutsche Bundestag am 22. Juni 2023, als er die Errichtung des Mahnmals einstimmig beschloss. Die Umsetzung liegt bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, finanziert wird das Vorhaben vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Der Standort am Goldfischteich ist bewusst gewählt: Dort führte die Gestapo am 22. August 1936 eine Verhaftungsaktion gegen Zeugen Jehovas durch.

Die feierliche Übergabe am 24. Juni

Noch ist der Gedenkort eingezäunt – seine vollständige Wirkung wird er erst in wenigen Wochen entfalten. Am 24. Juni 2026 um 11 Uhr wird das Mahnmal nahe dem Goldfischteich (Ahornsteig, 10785 Berlin) im Rahmen eines einstündigen Festakts der Öffentlichkeit übergeben. Zum Festakt wird unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erwartet.

Die Veranstaltung findet im Freien statt; alle Interessierten sind herzlich willkommen. Die Stiftung Denkmal bittet jedoch um Anmeldung bis zum 19. Juni 2026 per E-Mail an veranstaltungen@stiftung-denkmal.de. Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit zur Online-Teilnahme über die Livestream-Seite der Arnold-Liebster-Stiftung.

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