Mahnmal für verfolgte Zeugen Jehovas wird am 24.06.2026 eingeweiht

Virtuelles 3D-Modell des geplanten Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas: Eine schlanke, helle Steinsäule mit facettierter, organisch geformter Oberfläche steht auf einer offenen Lichtung, umgeben von Laubbäumen. Eine weiße Figur als Maßstabsreferenz verdeutlicht die Höhe des Mahnmals von etwa vier bis fünf Metern. Bildsynthese von Matthias Leeck, 2026.
Virtuelles Modell des Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas, Matthias Leeck, Bildsynthese, 2026

Nach 15 Jahren intensiver Bemühungen wird das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas nun Wirklichkeit: Im März 2026 beginnen im Berliner Tiergarten in der Nähe des Goldfischteichs die Bauarbeiten. Das Vorhaben geht auf den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 22. Juni 2023 zurück und wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Die Umsetzung übernimmt die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (www.stiftung-denkmal.de).

Der Künstler Matthias Leeck hat die schlichte Bronzeskulptur in Form eines Baumstamms für den Gedenkort entworfen. Das Kunstwerk ist 4,95 Meter hoch, wiegt rund 10 Tonnen und wird aufgrund seines Gewichts in Einzelteilen zum Standort transportiert und vor Ort montiert. Der Gedenkort fügt sich zusammen mit einer Informationstafel, einer Zuwegung und verschiedenen Anpflanzungen gemäß den Vorgaben des Landesdenkmalamtes in das Gartenlandschaftsdenkmal Großer Tiergarten ein.

Die feierliche Übergabe des Gedenkortes an die Öffentlichkeit findet am 24. Juni 2026 in einem einstündigen Festakt statt. Erwartet werden unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer sowie die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson. Am Vortag wird die Arnold-Liebster-Stiftung einen Empfang in der Akademie der Künste am Pariser Platz ausrichten. Weitere Details zum Programm rund um die Einweihung finden Sie unter www.stiftung-denkmal.de/aktuelles/errichtung-des-mahnmals-fuer-die-zeugen-jehovas-beginnt/.

Der Standort in der Nähe des Goldfischteichs hat eine besondere historische Bedeutung: Dort führte die Gestapo am 22. August 1936 eine Verhaftungsaktion gegen führende Zeugen Jehovas durch. Die Glaubensgemeinschaft wurde seit 1933 in Deutschland und ab 1938 im gesamten nationalsozialistisch beherrschten Europa systematisch verfolgt. Fast 14.000 Zeugen Jehovas wurden inhaftiert, darunter 4.200 in Konzentrationslagern, wo sie mit einem „lila Winkel“ stigmatisiert wurden. Mindestens 1.700 von ihnen verloren ihr Leben.

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