{"id":5452,"date":"2022-03-08T13:34:09","date_gmt":"2022-03-08T13:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/alst.org\/?p=5452"},"modified":"2024-03-12T06:31:02","modified_gmt":"2024-03-12T06:31:02","slug":"biographie-adolphe-arnold-chapitre-1-1897-1914-talonne-par-la-pauvrete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alst.org\/fr\/histoire\/biographies-fr-2\/biographie-adolphe-arnold-chapitre-1-1897-1914-talonne-par-la-pauvrete\/","title":{"rendered":"Biographie Adolphe Arnold Chapitre 1 (1897-1914): Talonn\u00e9 par la pauvret\u00e9"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Familie Arnold lebte im Thurtal am Rande der Vogesen. Als Adolphe 1897 auf die Welt kam, verdiente sein Vater Martin als Fabrikarbeiter kaum genug, um seine drei Kinder durchzubringen. Bittere Armut hatte die Familie dazu gezwungen, den l\u00e4ndlichen Hof zu verlassen und ins Dorf zu ziehen. Auch wollte Martin der Tuberkulose entkommen, der fast alle seine Geschwister zum Opfer gefallen waren. \u00a0Er war um die Gesundheit seiner Kinder \u00e4ngstlich besorgt, vor allem bangte er um Adolphe, der als Kind h\u00e4ufig kr\u00e4nkelte und sehr an seinen Eltern hing.<\/p>\n\n<p>Eines Tages erhielt Adolphes Mutter, Odile, die Nachricht, dass Martin in der Fabrik tot umgefallen war.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"236\" height=\"320\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01-arnold-e1646748278217.jpeg\" alt=\"Familie Arnold. Von links nach rechts: Paul Arnold (Adolphes Onkel und Adoptivvater); Pauls Mutter; Adolphes Schwester; Odile (Adolphes Mutter).\" class=\"wp-image-2691\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01-arnold-e1646748278217.jpeg 236w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01-arnold-e1646748278217-173x234.jpeg 173w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01-arnold-e1646748278217-221x300.jpeg 221w\" sizes=\"(max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><figcaption>Familie Arnold. Von links nach rechts: Paul Arnold (Adolphes Onkel und Adoptivvater); Pauls Mutter; Adolphes Schwester; Odile (Adolphes Mutter).<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Er hatte sich mit seinem Vorgesetzten \u00fcberworfen, weil ein anderer Fabrikarbeiter, Vater von sechs kleinen Kindern, entlassen worden war. Adolphes Vater konnte dies nicht einfach hinnehmen und k\u00e4mpfte mutig f\u00fcr die Rechte seines Kollegen, doch die seelische Anstrengung hatte ihn sein Leben gekostet.<\/p>\n\n<p>Dieses traumatische Ereignis in der Familie, sollte den Jugendlichen Adolphe nachhaltig pr\u00e4gen. Es blieb der Mutter nichts anderes \u00fcbrig, als in derselben Fabrik zu arbeiten, in der ihr Mann gestorben war. Martin Arnolds einziger \u00fcberlebender Bruder Paul, der auf Grund der verheerenden Folgen der Knochenkrankheit Rachitis nicht arbeitsf\u00e4hig war, kam, um f\u00fcr die drei Kinder zu sorgen. Doch um in das Haus seines verstorbenen Bruders auf dem Dorf Kr\u00fcth einziehen zu k\u00f6nnen, mussten er und die verwitwete Odile heiraten. So kam es, dass Adolphes Onkel sein Stiefvater wurde.<\/p>\n\n<p>Adolphes Mutter m\u00fchte sich in der Fabrik von fr\u00fchmorgens bis tief in die Nacht ab, ohne mehr als nur einen Hungerlohn und bitteren Groll Heim zu bringen. Als die Arbeiter erstmalig streikten, schloss Odile sich ihnen an und marschierte in einem Protestmarsch gegen die entw\u00fcrdigenden Arbeitsbedingungen auf dem Fabrikgel\u00e4nde mit. Gegen Ende der Woche ging sie wie gewohnt zur Beichte. \u00a0Der Priester fragte: \u201cIst das alles? Was ist mit dem Streik? Hast du mitgemacht?\u201d \u00dcberrascht gab sie ein \u201cJa\u201d zur Antwort. Das T\u00fcrchen zum Beichtstuhl wurde aufgesto\u00dfen und sie bekam eine Ohrfeige. Dann kam die Drohung des Priesters: \u201cDas ist f\u00fcr dieses Mal. N\u00e4chstes Mal verlierst du deine Arbeit\u201c. Tief entt\u00e4uscht und mit roter Wange kam sie wieder nach Hause und erz\u00e4hlte die Geschichte. Die Arnolds k\u00e4mpften weiter gegen die Armut an bis in den Fr\u00fchling und ern\u00e4hrten sich von getrockneten \u00c4pfeln und Birnen, die mit Milch und Kartoffeln als Fleischersatz auf den Tisch kamen.<\/p>\n\n<p>Adolphe, der nur noch aus Haut und Knochen bestand, hatte keine Kraft f\u00fcr eine Arbeit auf dem Feld oder in der Fabrik.\u00a0 Doch der Junge erwies sich als k\u00fcnstlerisch begabt. Sein invalider Stiefvater beschloss, dass die Familie daf\u00fcr Opfer bringen sollte, um Adolphe auf die Kunstschule nach M\u00fclhausen schicken zu k\u00f6nnen. Jeden Morgen verlie\u00df der vierzehnj\u00e4hrige Junge sein Zuhause und nahm als Proviant ein St\u00fcck Brot und einen Bissen K\u00e4se mit. Ob durch tiefen Schnee oder im str\u00f6menden Regen bew\u00e4ltigte er zu Fu\u00df die 10 km lange Strecke bis zum 7 Uhr Zug.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"203\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/02-e1646748595464.jpeg\" alt=\"&#xD6;lgem&#xE4;lde, 1913 von Adolphe Arnold im Alter von 15 Jahren als Sch&#xFC;ler der Kunstgewerbeschule M&#xFC;lhausen gemalt\" class=\"wp-image-2707\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/02-e1646748595464.jpeg 320w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/02-e1646748595464-300x190.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption>\u00d6lgem\u00e4lde, 1913 von Adolphe Arnold im Alter von 15 Jahren als Sch\u00fcler der Kunstgewerbeschule M\u00fclhausen gemalt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Adolphe war entschlossen, sich seiner Familie dankbar zu erweisen. Er gab sich alle M\u00fche und bekam f\u00fcr seine Leistungen gute Noten. Am Ende seines zweiten Ausbildungsjahres wurde eines seiner \u00d6lgem\u00e4lde, 100 x 60 cm, bei einer Schulausstellung vorgestellt. An jenem Tag kam der Betriebsleiter der Stoffdruckerei, um sich nach Nachwuchstalenten umzusehen. Der 16j\u00e4hrige Adolphe bekam den ersten Preis. Es gab gro\u00dfen Applaus, als der Direktor ihm die Goldmedaille in einer schwarzen Schachtel \u00fcberreichte. Adolphe dr\u00fcckte die Schachtel fest an sich und begab sich auf seinen Platz. Sein stolzer Stiefvater wollte einen Blick darauf werfen und stellte fest, dass die Goldmedaille sich in Silber verwandelt hatte! Im Glauben, dass vielleicht versehentlich die Schachteln vertauscht worden waren, suchte Paul mit seinem Stiefsohn den Direktor auf. Ohne jegliches Bedauern, sagte der Direktor: \u201cDie Goldmedaille habe ich dem Sohn von Herrn Soundso, einem angesehenen Mann im Ort, gegeben\u201c. Er sah auf die Arnolds herab und f\u00fcgte hinzu: \u201eWer seid ihr \u00fcberhaupt? Was bedeutet euer Name schon? Wenn euch die Silbermedaille nicht gut genug ist, k\u00f6nnt ihr sie f\u00fcr jemand anderen hier lassen.\u201c<\/p>\n\n<p>In jenem Sommer des Jahres 1914 fand Adolphe Arbeit in der k\u00fcnstlerischen Abteilung der Firma Gros-Roman et Marozeau in Wesserling im Elsass. Diese Anstellung sollte nicht von langer Dauer sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Familie Arnold lebte im Thurtal am Rande der Vogesen. Als Adolphe 1897 auf die Welt kam, verdiente sein Vater Martin als Fabrikarbeiter kaum genug, um seine drei Kinder durchzubringen. Bittere Armut hatte die Familie dazu gezwungen, den l\u00e4ndlichen Hof zu verlassen und ins Dorf zu ziehen. 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