{"id":5443,"date":"2022-03-09T15:21:58","date_gmt":"2022-03-09T15:21:58","guid":{"rendered":"https:\/\/alst.org\/?p=5443"},"modified":"2024-03-12T06:31:02","modified_gmt":"2024-03-12T06:31:02","slug":"biographie-adolphe-arnold-chapitre-5-1938-1941-la-foi-sous-le-feu-de-lepreuve","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alst.org\/fr\/histoire\/biographies-fr-2\/biographie-adolphe-arnold-chapitre-5-1938-1941-la-foi-sous-le-feu-de-lepreuve\/","title":{"rendered":"Biographie Adolphe Arnold Chapitre 5 (1938-1941) : La foi sous le feu de l&rsquo;\u00e9preuve"},"content":{"rendered":"\n<p>Emma wurde im Jahr 1938 als Zeugin Jehovas getauft. Im selben Jahr marschierten deutsche Truppen in das Sudetenland und Adolphe wurde in die franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte eingezogen, um Telefongespr\u00e4che abzuh\u00f6ren. Er kehrte von seinem Dienst mit einem schlechten Gewissen zur\u00fcck und nahm sich vor, am Krieg nicht mehr teilzunehmen. Er wollte der n\u00e4chsten Einberufung nicht mehr Folge leisten. Er lie\u00df sich im folgenden Jahr taufen und war sich voll der schweren Verantwortung bewusst, die er f\u00fcr die kleine Gruppe von Zeugen in M\u00fclhausen zu tragen hatte. Von Anfang an wurden Adolphe und Emma zu geistigen S\u00e4ulen in der Gruppe, besonders angesichts des bevorstehenden Kriegs mit Deutschland.<\/p>\n\n<p>Als im Jahre 1939 die franz\u00f6sische Regierung alle ausgegrenzten Organisationen, einschlie\u00dflich der Zeugen Jehovas, verboten, organisierten die beiden Adolphe die religi\u00f6se Untergrundt\u00e4tigkeit. Im Schutz der Nacht suchten sie ihre Glaubensbr\u00fcder auf und sonntags morgens verbreiteten sie auf unauff\u00e4llige Weise die biblische Botschaft. Das abseits gelegene Gartenh\u00e4uschen von Adolphe Koehl diente als hervorragender heimlicher Treffpunkt. Sie organisierten auch gewagte Verbindungen zu Zeugen auf der anderen Seite der Vogesen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" width=\"156\" height=\"204\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/12c-adolphe-koehl-e1646838521823.jpeg\" alt=\"Der Friseur Adolphe Kohl und seine Frau Maria, welche die religi&#xF6;se Aktivit&#xE4;t in M&#xFC;lhausen im Untergrund fortsetzten, in Begleitung von Marias Mutter und Jimmy, ihrem Hund.\" class=\"wp-image-2824\"\/><figcaption>Der Friseur Adolphe Kohl und seine Frau Maria, welche die religi\u00f6se Aktivit\u00e4t in M\u00fclhausen im Untergrund fortsetzten, in Begleitung von Marias Mutter und Jimmy, ihrem Hund.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Der Zusammenhalt innerhalb der Familie wurde stetig gest\u00e4rkt durch den gemeinsamen Glauben und das Bibellesen. Nachdem Adolphe das Rauchen aufgegeben hatte, klang auch sein Raucherhusten v\u00f6llig ab. Emmas Schwester Eugenie und Simone wurden beide heimlich in der Badewanne der Familie getauft. Im Fr\u00fchsommer des Jahres 1940 marschierten deutsche Soldaten durch die Stra\u00dfen von M\u00fclhausen und jagten den Els\u00e4ssern Angst und Schrecken ein. Das Elsass sollte nun \u201eheim ins Reich\u201c, und der Bev\u00f6lkerung wurden in totalit\u00e4rer R\u00fccksichtslosigkeit nationalsozialistische Gesetze auferlegt.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" width=\"144\" height=\"200\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/marcel-sutter.jpeg\" alt=\"Marcel Sutter im Alter von ungef&#xE4;hr 22 Jahren\" class=\"wp-image-1952\"\/><figcaption>Marcel Sutter im Alter von ungef\u00e4hr 22 Jahren<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Die Arnolds setzten alles daran, in ihrem Heim eine Atmosph\u00e4re der Heiterkeit und der Ruhe zu bewahren. Simones Schularbeit nahm Adolphes ganze Aufmerksamkeit in Anspruch, da er ihr helfen wollte, die Bedeutung moralischer und religi\u00f6ser Werte gegen\u00fcber nationalsozialistischen Ideologien abzuw\u00e4gen. Trotz der Gefahr, verraten und festgenommen zu werden, behielt Adolphe seine Untergrundt\u00e4tigkeit bei. Ein junger Mann, der mit gro\u00dfer Begeisterung die Bibel studierte, kam regelm\u00e4\u00dfig zu den Arnolds und wurde Ende August 1941 getauft.<\/p>\n\n<p>Diese kostbaren Zeiten der Gemeinschaft sollten ein j\u00e4hes Ende finden. Am 4. September erschien die Gestapo im Betrieb Schaeffer mit einem Haftbefehl f\u00fcr Adolphe. Er wurde vor allen Arbeitskollegen wie ein gemeiner Verbrecher abgef\u00fchrt und gezwungen, mit dem Fahrrad vor der ber\u00fcchtigten \u201eschwarzen Maria\u201c, dem schwarzen Fahrzeug der Gestapo, her zu fahren, damit auch alle sehen sollten, was mit denen geschah, die es wagten, sich den Nazis zu widersetzen. Erst fuhr man zum Haus der Arnolds, gerade w\u00e4hrend Emma unterwegs war, um die t\u00e4gliche Milchration abzuholen und Simone in der Schule war. Die Gestapobeamten stellten die Wohnung auf den Kopf und suchten nach Beweismaterial, wie Literatur, Namen oder Adressen. Adolphe hatte jedoch in aller Klugheit vorgesorgt und s\u00e4mtliche verbotenen Schriften der Zeugen im Gartenh\u00e4uschen des Friseurs versteckt. Die Gestapobeamten mussten mit leeren H\u00e4nden wieder abziehen und stie\u00dfen Adolphe ins Polizeifahrzeug. Die Nachbarn schauten heimlich hinter den Gardinen zu, wie er f\u00fcr weitere Verh\u00f6re mitgenommen wurde.<\/p>\n\n<p>Ein klein geratener Gestapomann sa\u00df hinter einem Schreibtisch und bot Adolphe die sofortige Freilassung an, wenn er sich freiwillig in den Dienst\u00a0 der Deutschen Wehrmacht stellen w\u00fcrde. Als Adolphe dies verweigerte, nahm seine Stimme einen barschen Ton an. Er wollte Namen wissen. Adolphe sah ihn schweigend an. Der Beamte schrie ihn an und verlangte eine Antwort, worauf Adolphe erwiderte: \u201cDie Antwort f\u00fcr Sie wird immer \u201aNein\u2019 sein!\u201d Ehe er sich versah, sprang der kleine Mann \u00fcber seinen Schreibtisch und schlug ihn mit einem einzigen Fausthieb bewusstlos. In einer dunklen, feuchten Einzelzelle kam Adolphe wieder zu sich. In der Nachbarzelle h\u00f6rte er das Weinen eines Mannes. Der kleine Gestapomann kam zu ihm herein und sagte: \u201eDie Stimme, die Sie h\u00f6ren, stammt von dem Mann, der Sie verraten hat.\u201c Adolphe erkannte die Stimme des Friseurs. F\u00fcr Adolphe war diese Offenbarung schwerer zu verkraften, als der brutale Schlag. Er wusste, dass Adolphe, der Friseur, in schlechter gesundheitlicher Verfassung war und nahm an, dass er deshalb zusammengebrochen sei und ihn verraten haben musste. Tagelang peinigte ihn die weinende Stimme seines Freundes, dessen schlechtes Gewissen ihn wohl qu\u00e4lte.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"247\" height=\"321\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/14-mulhouse-e1646838621440.jpeg\" alt=\"Das Gef&#xE4;ngnistor von M&#xFC;lhausen\" class=\"wp-image-2834\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/14-mulhouse-e1646838621440.jpeg 247w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/14-mulhouse-e1646838621440-231x300.jpeg 231w\" sizes=\"(max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><figcaption>Das Gef\u00e4ngnistor von M\u00fclhausen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p>Die W\u00e4rter verweigerten Adolphe sein Recht auf eine Bibel. Die Gestapo hatte strikte Anweisung gegeben, dass Zeugen Jehovas unter keinen Umst\u00e4nden Bibeln bekommen sollten. Emma durfte saubere Kleidung bringen, aber weder Briefe noch Essen. Einmal versuchte sie erfolglos eine Bibel f\u00fcr Adolphe hineinzuschmuggeln. Der W\u00e4rter, der Emma kannte, fand eine M\u00f6glichkeit, sie au\u00dferhalb des Gef\u00e4ngnisses anzusprechen, um sie davor zu warnen, es jemals wieder zu versuchen. Er hatte Adolphe in eine andere Zelle verlegt und ihm die Bibel aus der Gef\u00e4ngnisb\u00fccherei gebracht. Auf diese Weise musste Adolphe sich auch nicht mehr das Gejammer aus der Nachbarzelle anh\u00f6ren.<\/p>\n\n<p>Im Dezember wurde er von der Gestapo nach Schirmeck, ein Lager im Elsass, verlegt. Die Verh\u00e4ltnisse waren schlimmer als in dem Steingef\u00e4ngnis, aber wenigstens erreichte ihn hier ein Brief von Emma, in dem sie mit vorsichtig gew\u00e4hlten Formulierungen Gr\u00fc\u00dfe von Adolphe Koehl ausrichtete und von dessen Untergrundt\u00e4tigkeit berichtete, sodass er nach vier Monaten Verzweiflung endlich die Gewissheit hatte, dass es sich bei der Stimme des Gequ\u00e4lten in der Nachbarzelle nur um einen \u00fcblen Gestapotrick gehandelt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emma wurde im Jahr 1938 als Zeugin Jehovas getauft. Im selben Jahr marschierten deutsche Truppen in das Sudetenland und Adolphe wurde in die franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte eingezogen, um Telefongespr\u00e4che abzuh\u00f6ren. Er kehrte von seinem Dienst mit einem schlechten Gewissen zur\u00fcck und nahm sich vor, am Krieg nicht mehr teilzunehmen. 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