{"id":5436,"date":"2022-03-09T16:51:56","date_gmt":"2022-03-09T16:51:56","guid":{"rendered":"https:\/\/alst.org\/?p=5436"},"modified":"2024-03-12T06:31:02","modified_gmt":"2024-03-12T06:31:02","slug":"biographie-adolphe-arnold-chapitre-8-1945-1963-la-famille-se-reconstruit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alst.org\/fr\/histoire\/biographies-fr-2\/biographie-adolphe-arnold-chapitre-8-1945-1963-la-famille-se-reconstruit\/","title":{"rendered":"Biographie Adolphe Arnold Chapitre 8 (1945-1963) : La famille se reconstruit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rote-Kreuz-Lager konnten sich die ehemaligen Gefangenen an Milch- und Reisbrei satt essen. Anfangs verzehrte Adolphe bis zu zwei Liter pro Mahlzeit. Allm\u00e4hlich kam er wieder zu Kr\u00e4ften. Doch seine seelische Verfassung war eine ganz andere Angelegenheit. Peinigende Unsicherheit plagte ihn. Es waren schon sechs Monate vergangen, seit er das letzte Mal von Eugenie Nachricht erhalten hatte. Es qu\u00e4lten ihn Fragen wie: Was? Wo? Wie? und raubten ihm den Schlaf. Die \u00c4rzte lie\u00dfen ihn nicht gehen, denn sie hielten ihn nicht f\u00fcr f\u00e4hig, den langen und m\u00fchsamen Weg von \u00d6sterreich bis ins Elsass zu bew\u00e4ltigen. Der letzte Zug mit zur\u00fcckkehrenden \u00fcberlebenden Deportierten fuhr ohne Adolphe ab.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Adolphe dann endlich entlassen werden konnte, musste er auf eigene Faust reisen. Er verlie\u00df das Lager mit einem Schreiben der amerikanischen Armee, das ihn zu freier Kost und Logis auf dem Reiseweg berechtigte. Er trug eine amerikanische Armeedecke bei sich und hatte sich sein einziges weiteres Hab und Gut, eine Sch\u00fcssel und einen L\u00f6ffel, an den Hosenbund gebunden. Es waren die Gegenst\u00e4nde, die er eifrig vor Lagerdieben geh\u00fctet hatte, da er wusste, dass der Verlust einer Sch\u00fcssel dem Verlust von Essen gleichkam, was wiederum den Tod bedeutete. Adolphe war nur noch ein Schatten seiner selbst, als er Bad Ischl verlie\u00df. Er war taub, zahnlos und wog nur noch 49 Kilo.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"210\" height=\"316\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/24-adolphe-e1646844071152.jpeg\" alt=\"Adolphe Arnold einen Monat nach seiner Befreiung, als er sich mit Hilfe seiner Frau langsam erholte\" class=\"wp-image-2939\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/24-adolphe-e1646844071152.jpeg 210w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/24-adolphe-e1646844071152-156x234.jpeg 156w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/24-adolphe-e1646844071152-199x300.jpeg 199w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><figcaption>Adolphe Arnold einen Monat nach seiner Befreiung, als er sich mit Hilfe seiner Frau langsam erholte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der lange Heimweg f\u00fchrte ihn \u00fcber die franz\u00f6sische Grenze in die Stadt Strassburg.\u00a0Von dort nahm er den Zug nach M\u00fclhausen, dessen Bahnstrecke an seinem Haus vorbei verlief. Als sich der Zug der Stadt n\u00e4herte, schlug ihm das Herz bis zum Hals. Ein Teil der Stadt war vom Krieg gezeichnet und lag in Schutt und Asche. Zu seiner gro\u00dfen Erleichterung sah er jedoch, dass das Wohnhaus in der Rue de la Mer Rouge, 49, unversehrt dastand. Am Bahnhof angelangt, erblickte er weitere ausgebombte Ruinen, und es \u00fcberkam ihn eine Welle neuer Best\u00fcrzung. Ob wohl Adolphe Koehls Friseurgesch\u00e4ft den Krieg \u00fcberdauert \u00a0hatte? Unter Aufbietung aller Kr\u00e4fte, suchte er sich einen Weg vorbei an dem Schutthaufen, der einmal ein Nachbargeb\u00e4ude gewesen war, und erblickte dann den intakten Friseurladen. Au\u00dferdem traf er Adolphe und Maria an, die dort arbeiteten. Der herzliche und begeisterte Empfang, den sie ihm bereiteten, belebte seinen Geist und sein Herz zersprang ihm fast vor Freude, als er h\u00f6rte, dass seine geliebte Frau und Simone gesund wieder zu Hause waren. Sie warteten schon seit Wochen auf ihn.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Koehls erz\u00e4hlten ihm, dass das franz\u00f6sische Rote Kreuz den ehemaligen Gefangenen Adolphe Arnold nicht habe finden k\u00f6nnen und ihn als vermisst gef\u00fchrt hatte. Emma wurde als m\u00f6gliche Kriegswitwe betrachtet. Maria Koehl begleitete Adolphe nach Hause, da es ihm schwer fiel zu gehen. Die Treppen bis zur zweiten Etage zu steigen, \u00fcberstieg beinahe seine Kr\u00e4fte. W\u00e4hrend er sich auf halber Treppe ausruhte, klingelte Maria an der T\u00fcr. Simone machte auf und erfuhr, dass ihr Vater gekommen sei. Doch Adolphe streifte sie mit keinem Blick, sondern ging an ihr vorbei und fiel wortlos in die Arme seiner Frau. Dann erst schaute er endlich zur Tochter, die mittlerweile f\u00fcnfzehn Jahre alt war, und fragte ungl\u00e4ubig? \u201eBist du es, Simone?\u201c Ihren letzten Malunterricht hatte sie vom Vater mit elf Jahren bekommen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Emma und Simone waren schon einige Wochen zuvor heimgekehrt und hatten allm\u00e4hlich begonnen, sich zu erholen. Dankbar, den Mann und Vater wieder bei sich zu haben, merkten sie jedoch sofort, dass er den Kampf gegen den Tod noch l\u00e4ngst nicht \u00fcberstanden hatte. Auch behinderte seine Geh\u00f6rlosigkeit schmerzlich jedes Bem\u00fchen sich auszutauschen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"248\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/25-bergenbach-e1646844199479.jpeg\" alt=\"Familienzusammenkunft in Bergenbach. Von links nach rechts und von hinten nach vorn: Emma, Adolphe, Tante Valentine, Onkel Camille, Tante Eug&#xE9;nie, Cousine Ang&#xE8;le, Simone, Gro&#xDF;mutter Marie und Gro&#xDF;vater R&#xE9;my\" class=\"wp-image-2944\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/25-bergenbach-e1646844199479.jpeg 320w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/25-bergenbach-e1646844199479-300x233.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption>Familienzusammenkunft in Bergenbach. Von links nach rechts und von hinten nach vorn: Emma, Adolphe, Tante Valentine, Onkel Camille, Tante Eug\u00e9nie, Cousine Ang\u00e8le, Simone, Gro\u00dfmutter Marie und Gro\u00dfvater R\u00e9my<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Adolphe schaffte es kaum zum ersten Nachkriegstreffen mit der Familie in Bergenbach. Alle Verwandten seiner Frau hatten \u00fcberlebt, doch in seinem Heimatdorf Kr\u00fcth hatten nicht alle \u00fcberlebt. Sein Stiefvater, Paul Arnold, mit dem er sich nie vers\u00f6hnt hatte, war von Granatsplittern getroffen worden und verstarb. Seine Nichte war gefl\u00fcchtet, nachdem sie \u00f6ffentlich gedem\u00fctigt worden war, weil sie sich mit deutschen Soldaten eingelassen hatte. Die Dorfleute hatten sie gepackt und geschoren, ehe sie sie davonjagten. Ihr Bruder starb als deutscher Kriegsgefangener in Tambow, Russland. W\u00e4hrend des Familientreffens versuchte Adolphe, von seinen Erlebnissen zu berichten, doch man lie\u00df ihn nicht zu Wort kommen.\u00a0 \u201eWer will denn schon von der Vergangenheit reden?\u201c, fragten sie. \u201eSchlie\u00dflich haben wir alle zu leiden gehabt.\u201c<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" width=\"179\" height=\"250\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/25b-e1646844328416.jpeg\" alt=\"Paradies, Pastell von Adolph, ist die Umsetzung eines Bildes, das der Gefangene w&#xE4;hrend seiner langj&#xE4;hrigen Gefangenschaftin Gedanken ausarbeitete und in seinem Herzen trug\" class=\"wp-image-2949\"\/><figcaption>Paradies, Pastell von Adolph, ist die Umsetzung eines Bildes, das der Gefangene w\u00e4hrend seiner langj\u00e4hrigen Gefangenschaftin Gedanken ausarbeitete und in seinem Herzen trug<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es begann erneut der t\u00e4gliche Lebenskampf. Die Lebensmittel waren knapp. Trotz Nahrungsmittel Coupons und begrenzten Zutaten zauberte Emma st\u00e4ndig neue nahrhafte Gerichte, um f\u00fcr Adolphes angeschlagene Gesundheit zu sorgen. Oft r\u00fcttelte sie ihn aus schrecklichen Abtr\u00e4umen wach, in denen er Kannibalen abwehren musste, und beruhigte ihn mit sanften Worten und Kr\u00e4utertees. Es dauerte Monate, bis er wieder lebensf\u00e4hig war. Allm\u00e4hlich lie\u00df das innere Beben nach. Eines Tages zog er los und besorgte Farben, um ein Bild zu malen, welches er sich in den langen Haftjahren ausgedacht hatte. Es kostete ihn viel Kraft und viele Tage, aber als er sein Werk fertig gestellt hatte, f\u00fchlte er sich dazu in der Lage, sich wieder zur Arbeit bei Schaeffer zu melden.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"127\" height=\"199\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/26-adolph-e1646844548778.jpeg\" alt=\"Impressionistisches Motiv auf Stoff von Adolphe f&#xFC;r die franz&#xF6;sischen Kolonien entworfen\" class=\"wp-image-2954\"\/><figcaption>Impressionistisches Motiv auf Stoff von Adolphe f\u00fcr die franz\u00f6sischen Kolonien entworfen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem seiner h\u00e4ufigen Besuche in Bern, Schweiz, traf sich ein amerikanischer Zeuge Jehovas namens Martin Habeck mit den Arnolds. Er gab Adolphe ein H\u00f6rger\u00e4t, womit sich sein Geh\u00f6rschaden teilweise mildern lie\u00df. Doch konnte er dennoch nicht gut genug h\u00f6ren, um wieder als Kolorist arbeiten zu k\u00f6nnen. Die Betriebsleitung bot ihm Arbeit an, die er unter Ber\u00fccksichtigung seiner Behinderungen zu Hause verrichten konnte. Etwa zwei Jahre sp\u00e4ter \u00fcbergab man ihm ein aufw\u00e4ndiges Design von einem Pariser K\u00fcnstler. Er sollte Techniken erproben, dieses Muster f\u00fcr den Textildruck umzusetzen, dabei aber weniger Farben einsetzen, um damit die Kosten eines f\u00fcr den afrikanischen Markt bestimmten Stoffes niedrig zu halten. In seinem Studio zu Hause gelang es Adolphe, die erste vierfarben Komposition f\u00fcr den Textildruck herzustellen. Von da an arbeitete er f\u00fcr die Firma Schaeffer als k\u00fcnstlerischer Gestalter der so genannten \u201efancy styles\u201c, die f\u00fcr die franz\u00f6sischen Kolonien in Afrika bestimmt waren.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"116\" height=\"197\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/27-adolph-e1646844520117.jpeg\" alt=\"Von Adolphe entworfen: ein Motiv im exotischen Stil, ausschlie&#xDF;lich f&#xFC;r die franz&#xF6;sischen Kolonien bestimmt\" class=\"wp-image-2959\"\/><figcaption>Von Adolphe entworfen: ein Motiv im exotischen Stil, ausschlie\u00dflich f\u00fcr die franz\u00f6sischen Kolonien bestimmt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der liebevollen und geduldigen Pflege seiner treuen Frau, erholte sich Adolphe nur sehr langsam. Er litt nicht nur an Schwerh\u00f6rigkeit, sondern sprach nur sehr wenig von seinen erlittenen Qualen, die f\u00fcr ihn wie offene Wunden waren. Er wollte Emma seine traumatischen Erlebnisse nicht zumuten, da sie ja ihre eigenen schrecklichen Erinnerungen zu bew\u00e4ltigen hatte. Zu Hause trug jeder sein eigenes Leid im Herzen und versuchte in aller Stille, damit fertig zu werden.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Herausforderung f\u00fcr Adolphe waren die Ver\u00e4nderungen, die er in seiner Tochter beobachtete. Die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Simone war nach fast zweij\u00e4hrigem Aufenthalt in einer deutschen Erziehungsanstalt still und distanziert. Das elfj\u00e4hrige kontaktfreudige M\u00e4dchen gab es nicht mehr. Simones Antriebslosigkeit tat ihm weh. Sie war im Alter von zehn Jahren von der nationalsozialistischen Schule gewiesen worden, und zeigte nicht das geringste Interesse, wieder zur Schule zu gehen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vater meldete sie in derselben Kunstschule an, die er als Junge besucht hatte. Simone hoffte, Missionarin werden zu k\u00f6nnen, doch Adolphe bestand darauf, dass sie erst eine Ausbildung machte. Nach dem zweij\u00e4hrigen Besuch der Kunstschule brachte er ihr von der Firma Schaeffer Arbeit mit nach Hause, und in den darauf folgenden zwei Jahren wuchs erneut ein enges Verh\u00e4ltnis zueinander. Die Malt\u00f6pfe und Pinsel halfen dabei. Zu Adolphe und Emmas gro\u00dfer Erleichterung bl\u00fchte Simone wieder auf. Endlich kehrten Witz und Lebensfreude in Adolphes Leben zur\u00fcck, auch sein Humor. Er witzelte mit Simone, dass seine Ohren nur noch zum Tragen der Brillenb\u00fcgel tauglich seien.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"183\" height=\"161\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/29a-adolphe-e1646844608691.jpeg\" alt=\"Adolphe fuhr fort, die biblische Botschaft der Hoffnung mit anderen zu teilen\" class=\"wp-image-2964\"\/><figcaption>Adolphe fuhr fort, die biblische Botschaft der Hoffnung mit anderen zu teilen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur die Kunst, sondern auch ihre gemeinsamen geistigen Interessen stellten den\u00a0 Zusammenhalt und die Bindung in der Familie wieder her. Seit sie lebend aus dem Inferno zur\u00fcckgekehrt waren, hatten sie ihre christlichen Aktivit\u00e4ten wieder aufgenommen. Adolphe war schon zuvor ein ergebener Verk\u00fcndiger der Guten Botschaft und ein f\u00e4higer Lehrer gewesen. Jedem Wetter trotzend fuhr er auf seinem Fahrrad \u2013\u00a0 demselben, auf dem er bei seiner Verhaftung gefahren war \u2013, kilometerweit, um Menschen mit der hoffnungsvollen Botschaft aus der Bibel zu erreichen. Adolphes Augen leuchteten wieder.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"194\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/29b-e1646844684760.jpeg\" alt=\"Bahnhof von M&#xFC;hlhausen 1951: Simone und ihre Familie verabschieden sich. Von links nach rechts: Eug&#xE9;nie, Adolphe, Simone, Emma\" class=\"wp-image-2969\" srcset=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/29b-e1646844684760.jpeg 320w, https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/29b-e1646844684760-300x182.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><figcaption>Bahnhof von M\u00fchlhausen 1951: Simone und ihre Familie verabschieden sich. Von links nach rechts: Eug\u00e9nie, Adolphe, Simone, Emma<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obgleich seine schmerzhaften Erinnerungen zur\u00fcckwichen, erz\u00e4hlte Adolphe den Menschen, mit denen er die Bibel studierte, h\u00e4ufig, wie sehr er zu jener Zeit die g\u00fctige F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr die Familie versp\u00fcrt habe, selbst als sie sich alle in verschiedenen Lagern befanden. Allein sein Strahlen und seine Wiederherstellung waren an sich schon der Beweis seiner Glaubenskraft. Simone brachte ihm zus\u00e4tzlich wieder Freude und erf\u00fcllte sein Herz mit Stolz. Weniger als f\u00fcnf Jahre nachdem die Familie wieder vereint war, verlie\u00df sie als Vollzeitpredigerin das Haus.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"167\" height=\"250\" src=\"https:\/\/alst.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/adolphe-arnold2.jpeg\" alt=\"Adolphe Arnold nach dem Zweiten Weltkrieg\" class=\"wp-image-2275\"\/><figcaption>Adolphe Arnold nach dem Zweiten Weltkrieg<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Simone im Jahre 1950 fort ging beschloss er, ihre Arbeit f\u00fcr die Firma Schaeffer abends weiter zu f\u00fchren. Trotz seines weiter schwindenden Geh\u00f6rs behielt er diese Arbeit in den folgenden zw\u00f6lf Jahren bei, denn auf diese Weise war er in der Lage, das weltweite Predigtwerk zu unterst\u00fctzen. Nach f\u00fcnfzigj\u00e4hrigem Dienst f\u00fcr Schaeffer wurden seine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Leistungen f\u00fcr die Firma mit einer Goldmedaille honoriert.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu seinem gro\u00dfen Kummer fand er eines Tages seine geliebte Emma ohnm\u00e4chtig auf dem Boden liegend. Sie hatte einen Herzinfarkt erlitten. Adolphe, der nun vollst\u00e4ndig geh\u00f6rlos war, brauchte Simones Hilfe. Inzwischen hatte Simone einen Predigtgef\u00e4hrten geheiratet, Max Liebster, mit dem sie in Paris lebte. Die beiden Paare beschlossen, sich ein gemeinsames Heim zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rote-Kreuz-Lager konnten sich die ehemaligen Gefangenen an Milch- und Reisbrei satt essen. Anfangs verzehrte Adolphe bis zu zwei Liter pro Mahlzeit. Allm\u00e4hlich kam er wieder zu Kr\u00e4ften. Doch seine seelische Verfassung war eine ganz andere Angelegenheit. Peinigende Unsicherheit plagte ihn. 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