Lehrmaterial

Die Rubrik ist für Schüler, Studenten und Lehrer bestimmt. Sie enthält Informationen, Berichte von Überlebenden, Bücher, Reaktionen von Professoren auf die direkt zwischen den Stiftern und den jeweiligen Lehranstalten organisierten Videokonferenzen.

Weitere Informationen: siehe die englische Version.

Französische oder deutsche Professoren, die ergänzende Informationen wünschen, können mit den Stiftern unter der folgenden E-Mail Adresse Kontakt aufnehmen: alst@alst.org

 

Historische Anmerkung

Während der Herrschaft des Nationalsozialismus stellten die Glaubensansichten, Lehren und Aktivitäten der Zeugen Jehovas ein öffentliches Bekenntnis dar, das inhaltlich mit den Ideologien des NS-Staates kollidieren musste. Eine kleine Gruppe von etwa 20 000 bis 25 000 «Durchschnittsdeutschen» und solche aus anderen Gebieten, die dem «Dritten Reich» angeschlossen wurden, verkündeten hier öffentlich ihren Glauben an eine Art Schattenreich, das in direktem Widerstand zum Naziregime stand. Als Gruppe widersetzten sie sich den Rassegesetzen des Staates, dem Treueschwur auf Adolf Hitler, dem Deutschen Gruß und der Pflicht, für Deutschland Waffen zu tragen.

Die Statistiken sind uns bekannt: Fast 10 000 Zeugen Jehovas wurden eingesperrt, mindestens 2 000 von ihnen wurden in nationalsozialistische Konzentrationslager verschleppt. Von diesen wurde mindestens die Hälfte ermordet, 250 durch Hinrichtung.

Was uns nicht so bekannt ist, betrifft den tagtäglichen Existenzkampf dieser außergewöhnlichen Gruppe von entschlossenen Männern, Frauen und Kindern, die unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Terrors leben mussten.

Aus diesem Grund ist die Autobiografie von Simone Liebster von herausragender Bedeutung. Sie verleiht den Statistiken eine Stimme und einen Namen. Sie erzählt die Geschichte vom Widerstand des Geistes gegen ein monströses Unrecht, und dies durch die Augen und Erinnerungen eines Kindes.

Denen, die sich der Gewalt des Naziterrors entgegenstellt haben, obwohl sie sich schon durch eine einfache Loyalitätserklärung ihre Ruhe hätten sichern können oder durch eine einmalige Unterschrift den Qualen eines Arbeits- oder Konzentrationslagers entgangen wären und vor Gewalt und Mord Schutz gefunden hätten, gebührt ein besonderer Platz und besondere Bewunderung. Durch sie gewinnen wir die Hoffnung und den Glauben an den ultimativen Triumph menschlicher Güte.

Simone Arnold Liebster muss unter diese besonderen Menschen eingereiht werden.

Dr. Abraham J. Peck,
Vizepräsident der Vereinigung der Holocaustorganisationen

 

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